Dinner in the Dark 2018

Am Freitag Abend, den 12. Januar 2018 gab es ein besonderes Ereignis für 10 Lehrer und Lehrerinnen im OHG: ein vier Gänge Menü im Stockdunklen.

Wie ergeht es einem blinden Menschen? Wie schmeckt ein Essen ohne visuelle Reize? Wie verhalten sich die anderen Sinne?

 

Das Menü haben wir Schüler und Schülerinnen der SMV selbst herausgesucht und gekocht. Die Organisation war nicht einfach und viele Fragen kamen uns auf: Wie halten wir die ganzen Sachen überhaupt warm? Was passt zusammen? Woher bekommen wir das Geschirr? Wie kellnert man im dunkeln?

Zum Glück waren wir nicht die ersten, die das Projekt durchgeführt haben, sondern es schon im Repertoire der SMV-Projekte steht. Somit hatten wir schon ein paar Ideen und Vorschläge, trotzdem stand auch noch kurz vor dem Freitag Abend ein großes Fragezeichen in unseren Köpfen, ob alles so klappen wird wie geplant.

Für die verschiedenen Gänge des Menüs haben wir uns in verschiedene Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe für die Vorspeise, eine für Suppe und Hauptgang, eine für den Nachtisch. In den Weihnachtsferien hat jede Gruppe ihren Gang vorgekocht, damit keine Pannen passieren. Das Dinner fand im Yogaraum statt, um wirklich absolute Dunkelheit zu garantieren, haben wir noch einige Dinge angeklebt und Vorhänge aufgehängt. Sobald man das Ganze sieht, wird einem plötzlich bewusst, dass es nachher wirklich stockdunkel sein wird, man wird weder beim Essen, noch beim Kellnern etwas zu Gesicht bekommen. Die Aufregung steigt.

 

Dann ging es ans Kochen. Jede Gruppe hat ihr Essen daheim vorbereitet und soweit präpariert, dass nachher alles ganz schnell geht. Dann haben wir uns getroffen, um das Kellnern zu üben, den Tisch zu decken und den Partyservice in Empfang zunehmen, der uns das Geschirr geliefert hat. Hierbei ein großes Dankeschön an den Partyservice Wenger, der uns das Geschirr kostenlos zur Verfügung gestellt hat!

Um auch im Dunkeln den Weg zu den Lehrern zu finden, haben wir Klebeband auf den Boden geklebt und uns an ihm entlang getastet. Es ist nicht ganz einfach, aber nach ein paar Runden Übung hat alles funktioniert.

 

Um 18:30 Uhr wurden dann alle Lehrer und Lehrerinnen mit Kerzenschein und Sekt empfangen. Der Sekt, war das einzige was die Lehrer und Lehrerinnen zu Gesicht bekommen haben, alles weitere blieb ein Geheimnis. Nach einer kurzen Einführung ging es dann auch schon los. Nach und nach haben wir die Lehrer/innen zu ihrem Platz geführt und mit einem Aperitif gleich in die Welt des blinden Erschmeckens eingeführt. Anschließend gab es Pita, eine bosnische Spezialität mit Blätterteig, Hackfleisch, Kartoffeln, Spinat und Balkankäse, dazu ein bunter Salat. Danach gab es eine Kartoffelsuppe aus Deutschland, anschließend gefüllte Paprika aus Ungarn und zum Nachtisch Schokosoufflet mit Mangosorbet aus Frankreich. Nach dem Essen haben wir die Lehrer aufgeklärt, was sie gegessen haben. Die Spekulationen gingen von dreieckigen Tellern bis hin zu einer Salatsoße mit Magentee. Alles hat wunderbar funktioniert und sowohl wir Schüler als auch die Lehrer waren sehr zufrieden. Ein besonderer und gelungener Abend einer fremden Lebensart für uns alle!

 

Das Menü inklusive Getränke hat 30 Euro pro Person gekostet. Das übrige Geld kommt dem Deutsch Madagassischen Verein Esslingen zu gute. Er bietet jungen Menschen eine kostenlose Ausbildung und somit eine Zukunft in Madagaskar.

Bericht von Henriette Müller